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Nur in Kambodscha: Wenn der Kühlschrank zum Backofen wird

Stromausfälle kümmern mich nicht. Auch vier Stromausfälle an einem Tag gehen klar. Ich wusste, diese würden ab und zu vorkommen. Damit kann ich leben.

Aber was ich nicht mag, ist, wenn ich Stunden nachdem der Strom wieder zurückgekehrt war, den Kühlschrank öffne und mir eine Hitzewelle entgegenschlägt. Die Luft, welche hineingeblasen wird, ist wärmer als mein (unklimatisiertes) Zimmer. Entschuldigung, aber mein Kühlschrank ist kein Backofen!

Ok. Ruhig bleiben. Nicht emotional werden. Einatmen. Ausatmen.

Wenn du errettet wirst, ist es keine Verwandlung. Es ist eine Neugeburt, denn Gott möchte sicherstellen, dass alle einen Vater haben.

Die etwas andere Kultur von Kambodscha

Natürlich unterscheidet sich die kambodschanische Kultur von solchen der Länder ausserhalb von Asien. Sogar auch in Asien selber variieren gewisse Merkmale nicht selten. Wie bei anderen Ländern setzt sich die Kultur aus einer Mischung von den Einflüssen anderer Nationen, Geschichte (lies diese hier), Religion, Regimen und ihren Regeln zusammen. Ausserdem beeinflussen positive und negative Erfahrungen sowie auch neue Trends die Gewohnheiten, meist in einem Prozess, der Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte dauern kann. Kambodscha’s Kultur ist extrem komplex. Infolgedessen ist es auch nicht immer einfach, sie zu verstehen und richtig umzusetzen. Ich habe bereits viel gehört, gesehen, erfahren, gelesen und werde nun versuchen, einen Überblick zu vermitteln. Zudem will ich versuchen, einige Hintergründe weiterzugeben, welche oft meiner persönlicher Ansicht entsprechen. Bitte verstehe, dass schlussendlich jede Person verschieden ist, daher gibt es Menschen, zu welchen diese Beschreibungen ziemlich gut passen und natürlich auch solche, die merklich anders sind.

Culture

Wie einige Charakteristika sind
Kambodschaner schreien einander nicht an. Je wichtiger eine Diskussion wird, umso leiser reden sie. Zum Beispiel, wenn du an einem Marktstand um einen Preis feilschst, senkst du besser deine Stimme. Auf diese Art und Weise werden sie dir mehr Respekt entgegenbringen und du wirst mehr Erfolg haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies von der Vergangenheit kommt: Kambodscha hatte so viele verschiedene, brutale Führungspersonen und -gruppen und Kriege, wo sie wahrscheinlich immer wieder mal angeschrien wurden (z. B. Befehle). Und so hat sich das Ganze um 180° gedreht – als ob ein Gegenpol gesetzt werden soll.
Hilfreich ist immer, Geduld zu zeigen und es nicht eilig zu haben. Je länger du wartest und zögerst, um so mehr Rabatt geben sie dir. Die Zeit hat hier eine andere Bedeutung als in der Geschäftswelt vom Westen. Was du heute nicht fertig machen kannst, mach morgen. Oder übermorgen. Oder eine Woche später. Ich liebe diese beiden Merkmale, sie geben dem Leben einen lockeren Touch. Jedoch meint dies auch, dass sie nicht gross Wert auf Pünktlichkeit legen – und dies ist etwas, wo wir Schweizer bekannt dafür sind …

Déjà-vu – déjà-écouté – déjà-senti..?!

Allen Verwandten und Freunden „auf Wiedersehen“ sagen zu müssen, war ein langer Prozess, welcher bereits über einen Monat, bevor ich die Schweiz verliess, begonnen hatte. Ich persönlich finde dies einer der schlimmsten Teile von so einem Abenteuer im fernen Ausland. Versteh mich nicht falsch, dies ist bestimmt eine wichtige Zeit und die meisten „letzten Unterhaltungen“ waren lustig, würdigend und ermutigend. Was ich mir jedoch manchmal wünschte, war, dass es nicht so lange andauern würde, da ich dieses „tschau-sagen“ nicht sehr mag. Obwohl ich mich wahnsinnig auf die neue Herausforderung freute, war ich traurig, all diese Leute, die ich so liebe, zurückzulassen. Einmal mehr bin ich dankbar für unsere moderne Welt. Heutzutage erleichtern Skype, Whatsapp, E-Mail und Co. den Kontakt.

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Ursprünglich buchte ich die Flüge von Lissabon (wo ich eine kurze Städtereise mit meiner Schwester geniessen konnte) nach Amsterdam, Kuala Lumpur (Hauptstadt von Malaysien) und dann Siem Reap, Kambodscha. Wegen einer Verspätung beim ersten Flug, verpasste ich den Anschlussflug. Glücklicherweise hatten sie mich bereits umgebucht. Die neue Route führte nun über Istanbul (Türkei) und Seoul (Südkorea) und dauerte zehn Stunden länger. Ich sah das positiv: so bekam ich ein paar andere Flughäfen und Airlines zu sehen und dies klang für mich wie Sightseeing – einfach ein bisschen anders. 😉

Vorbereitungen – oder: Wie es plötzlich Lösungen und Leute regnete

Wer mich gut kennt, weiss, dass ich kein Organisationsliebhaber bin. Schlussendlich funktioniert zwar (fast) alles, auch wenn meistens die letzten Details sehr kurzfristig geklärt werden. Als ich vom Reisen zurückkam (31. Oktober 2013), wusste ich, dass ich eine Arbeitsstelle suchen musste und ausserdem viel zu organisieren hatte. Vom meisten hatte ich keine Ahnung, darum war es umso schöner zu realisieren, wie es von allen möglichen und unerwarteten Seiten Lösungen und Leute regnete.

Das Heimkehren allein war nicht einfach. Als ich noch auf Reisen war, war meine Familie umgezogen, weg von dem Haus, wo ich während ca. 15 Jahren gelebt hatte und weg von der Kleinstadt, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin – in ein kleines Kaff, wo ich absolut niemanden kannte. Zuerst musste ich mein neues Zimmer einrichten. Mein erster Spaziergang mit meinem Hund endete fast im Nirgendwo, da ich die Gegend kein bisschen kannte. Es war ein spezieller Wechsel für mich. Nie hatte ich Gelegenheit dazu gehabt, unserem früheren Haus „tschüss“ au sagen. Nun hatten wir Nachbarn im selben Haus, Freunde wohnten nicht mehr um die Ecke und der mir bekannte Wald war über 40 Zugminuten entfernt. Gott sei Dank kann ich mich schnell an neue Umstände anpassen. Darum dauerte es nicht lange, bis ich mich wohl fühlte. Mein Motto während dieser Zeit war „konzentriere dich auf das Positive“ – und das ist, was ich machte und was meine Augen öffnete um die Vorteile darin zu sehen.