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Schnitzeljagd zwischen Diamanten und Schweinefleisch

Vor wenigen Tagen hatte ich eine Aufgabe der besonderen Materie: Die Blechlieferung, mit der wir das Dach unserer Sonntagsschule auf Elevate Campus decken, traf ein. Zumal wir gerne alles und jeden überprüfen, musste ich irgendwo ein Werkzeug auftreiben um die Dicke des Blechs zu messen. Da weder Landi noch Hornbach es bisher wagten, sich in Kambodscha niederzulassen, ging ich erst mal zum Blechhändler. Mit meiner kambodschanischen Freundin versuchte ich zu erklären, was ich brauche. Ich hatte keine Ahnung wie das Ding auf Deutsch – geschweige denn Englisch – hiess, und ihr ging es gleich mit Kambodschanisch – entsprechend versuchten wir mit Händen und Füssen zu beschreiben, was wir suchten. Die freundliche Dame hinter dem Schreibtisch lächelte uns nur an und meinte, sie habe das nicht und wisse nicht, ob es das irgendwo in Kambodscha gebe. Na toll. Ich fragte sie dann ein bisschen ungläubig, ob sie die Lieferungen nie kontrollierten. Sie meinte – stets lächelnd – das sei nicht nötig, der Lieferant würde schon das Richtige senden. Oh ok. Von solch starkem Vertrauen könnte man sich eine Scheibe abschneiden.

Von da an machte ich mich alleine auf die Suche. Übersetzung hin oder her – einfach würde es bestimmt nicht werden. Als erstes fuhr ich zum „Bosch“-Shop – so ziemlich der einzige Laden, der gutes Werkzeug verkauft. Schnell musste ich feststellen, dass ihr Englisch noch schlechter als mein Kambodschanisch war. Dummerweise, habe ich es als unwichtig empfunden, mir die Wörter „Dicke“ und „messen“ noch schnell-schnell einzuprägen. Doof. Naja. Da war ja noch der andere – Verkäufer oder Kunde oder Engel? – der beide Sprachen erstaunlich fliessend konnte. Ich erklärte ihm, was ich suchte, er erklärte es ihr und BLING! ging ihr ein Licht auf. Aus einer verstaubten Ecke zauberte sie ein Werkzeug, welches Dicke auf Millimetergenauigkeit messen konnte. Nur schade, dass das Blech dünner als 1mm ist. Na dann mal weiter. Der Verkäufer/Kunde/Engel meinte dann noch so nebenbei, dass ich es mal bei der Schmuckabteilung im Psah Leu – dem lokalen Markt – versuchen sollte. Und verschwand. Ohne dass ich ihm danken konnte. Ich machte noch kurz ein Foto – könnte ja von Nutzen sein – und suchte den anderen Typen. Aber der war nicht mehr aufzufinden. Komisch. Also doch ein Engel…?