Alles Glanz und Gloria oder was?

Weihnachten. In vielen Ländern ein jährlicher, gesetzlicher Feiertag, mit dem die Adventszeit abgerundet wird. Kulturell von einer grossen Anzahl von Christen und Nicht-Christen gefeiert. Findet meist Ende Dezember, manchmal im Januar statt. Steht für Geschenke, Familientreffen, leckeres Essen. Da ist dieser traditionelle Weihnachtsbaum und andere – manchmal wunderschöne, manchmal kitschige – Dekoration. Am meisten verwendet werden Lichter, „Bling-Bling-Ware“, Kerzen. Im Radio werden Weihnachtslieder rauf und runter gespielt. Kinder sagen ein Gedicht auf und bekommen Geschenke. Mütter backen Plätzchen und kreieren Lebkuchenhäuschen. Wie jedes Jahr versucht Sohn Michael Teig zu stibitzen. Wie jedes Jahr bringt Grossmutter Vreni selbstgestrickte, kratzige Socken. Wie jedes Jahr spielt Onkel Hans den Weihnachtsmann mit weissem Bart und rauher Stimme. Immer das Gleiche und doch immer anders. Alle Jahre wieder. Das ist alles.

Das ist alles? Wirklich? Das ist alles, um was es bei Weihnachten geht? Einfach ein spezielles Festessen? Geht es nur um Geschenke, Versammlungen, Glanz und Gloria?
Vergessen wir nicht etwas? Nur ein „klitzekleines“ Detail. Ach warte, ist es nicht das Detail, welches „Grund“ genannt wird?! Viele Umfragen zeigen auf, dass es unzählige Menschen, besonders Kinder, gibt, die nicht wissen, warum man Weihnachten feiert. Du kannst diesen Fakt „nicht so wichtig“ nennen. Ich nenne es „gruselig“ oder „unheimlich“.

Sollten wir uns nicht alle bewusst sein, warum wir Weihnachten feiern? Sollten wir nicht alle wissen, was uns dazu führt, so einer Tradition nachzugehen? Was vor 2000 Jahren passiert ist? Vielleicht würden dies nicht alle glauben, doch wenigstens könnten wir darüber reden, zumal jeder ein Riesending daraus macht, oder?! Zumindest könnten wir darüber diskutieren. Oder wenigstens unseren Kindern diese spezielle Weihnachtsgeschichte erzählen.

Ich würde sagen, es ist am wichtigsten, den Fokus in die richtige Richtung zu lenken. Ich behaupte, dass es bei Weihnachten um Geschenke gehen soll. Ja, richtig gelesen. Weihnachten dreht sich rund um Geschenke. Ich meine damit nicht, die hübsch verpackten Päckchen, welche manchmal nur dem Zweck dienen, mehr Zeug zu besitzen, welches man nicht gebraucht. Ich rede nicht von Material. Es mag eine tolle Tradition sein, ja. Was ich jedoch meine, ist das Geschenk, welches uns Gott vor 2000 Jahren machte – und welches auch heute noch gilt. Ist es nicht das grossartigste, unglaublichste, gnädigste, glamouröseste? Er brach damit das jahrelange Schweigen zwischen ihm und den Menschen.
„Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.“ – Johannes 3.16
Dieser einzige Sohn, durch ein Wunder gezeugt und geboren, gab Tipps fürs tägliche Leben, lehrte, heilte, erweckte Tote, vollbrachte Wunder. Er war Gottes Sohn und gleichzeitig Mensch. Sein Leben war fehlerlos, jedoch verhafteten und kreuzigten sie ihn. Er auferstand von den Toten nach drei Tagen. Durch dies kreierte er einen Weg für uns, sodass es uns nicht nur ermöglicht wurde, mit Gott persönlich in Verbindung zu treten und eine Beziehung zu ihm aufzubauen, sondern auch dass wir absolut freigesetzt wurden von Verdammnis. Jesus starb für alle unsere Sünden. Er setzte uns frei. Freiheit ist das beste Geschenk, das wir empfangen können. Es ist gratis und für jeden erhältlich.

Doch dies ist nur ein Teil von Weihnachten, zumal auch Geschenke zwei Seiten haben: empfangen und geben. Auch hier rede ich in erster Linie nicht von Material. Selbst nun, da ich in Kambodscha bin, wo viele einen Mangel an Kleider, Nahrung, …, haben – denke ich, dass dies nicht immer das allerwichtigste ist. Oder vielleicht gerade weil ich in Kambodscha bin, denke ich so. Die Fröhlichkeit mancher Menschen hier ist manchmal echt bewundernswert. Ich behaupte, dass der emotionale Part gerne vergessen geht, obwohl er umso wichtiger ist, besonders während Weihnachten. Meiner Meinung nach sollten wir Freude und Liebe unseren Nächsten weitergeben. Wir sollten ihnen Gründe zum Lachen geben, für sie sorgen, Interesse an ihrem Leben zeigen. Oder wie es Mutter Theresa beschreibt:

„Verteile Liebe, wo auch immer du hingehst. Lass niemanden zu dir kommen ohne nachher glücklicher zu gehen.“

Es gibt keine Pluralform für das Wort LIEBE. Sie ist unzählbar. Sie ist unzahlbar. Sie ist unlimitiert. Sie kann verschieden gelebt werden. Jeder hat sie. Jeder braucht sie. Sie ist der Schlüssel, eine bessere Welt zu erschaffen. Sie kann viele Probleme lösen oder sogar verhindern.
Liebe anderen Menschen entgegenzubringen ist das beste Geschenk, welches wir machen können.

Während ich so über Weihnachten sinniere, wird mir bewusst ich, dass Weihnachten nicht auf ein paar Tage beschränkt werden sollte.
Weihnachten ist nicht à la „alle Jahre wieder“. Weihnachten sollte tagtäglich gelebt werden.
Denke darüber nach.

Fröhliche Weihnachten!

  • ND Strupler

    Wirklich beeindruckend wie du gut schreiben kannst. Danke.