Vivien

Die Verwandlung einer Wiese

Ein weites Land, leer, nur eine einzige Palme wächst krumm gen Himmel. Eine Wiese am Stadtrand. Geflutet in der Regensaison. Vertrocknet in der Trockensaison. Nur eine holprige, sandige Strasse führt dorthin. Aber es gab nicht viele Gründe, hinzufahren. Eigentlich keine.

UNSER VERSPROCHENES LAND.

Im Januar 2015 begannen wir zu graben – jedoch nicht für Gold. Graben um den restlichen Teil des Landes aufzufüllen. Normalität in Kambodscha. Und als wir gruben, wurden wir mit viel Grundwasser konfrontiert, welches uns zur Entscheidung brachte, das matschige Loch in einen See zu verwandeln. Wasserpumpen waren bemüht, das Wasser zu entfernen. Mitten in der Bausaison waren über 100 Arbeiter beschäftigt – sie legten Stein nach Stein am Ufer entlang, um es mit dem sogenannten RipRap zu sichern. Andere füllten die Löcher mit Zement. Oder fuhren Erde aus dem Loch heraus. Oder flickten die Wasserpumpe. Oder den Bagger. Maschinen sind gut, stark, schnell – und schnell kaputt. Sie sehen auch aus wie antike Monster. Wie auch immer, wir leben in Kambodscha. Dies ist Routine und sollten eigentlich relaxt sein – obwohl wir wissen, dass die Regensaison nicht auf uns warten wird und die Deadline immer näher und näher kommt.

Ladies Lounge 2016

Kambodscha, ein Land, in dem vielfach auf Frauen herabgesehen wird und sie mit dem Glauben aufwachsen, dass sie keinen Wert haben, nicht liebenswürdig sind und ihnen nicht vergeben werden kann. Ein rastloses und hoffnungsloses Leben für viele Frauen.

Kambodscha. Ein Land, in dem Frauen ermutigt, freigesetzt und ihre Hoffnung auf Veränderung wiederbelebt werden müssen. Manchmal reicht eine ehrliche Aussage, dass sie schön und wundervoll gemacht sind, um eine ganze Lebenseinstellung zu verändern.

Darum organisierten wir eine Konferenz nur für Frauen. Siehe selber.

ICF Campus Arena – Upgrade 2.1

WACHSTUM.
Es ist nicht so, dass wir viel dafür tun konnten.
Ja, wir haben unser Bestes gegeben und viel in Menschen, angepasste Inputs und Steigerungen investiert. Aber wir wurden auch mit einem enormen und schnellen Wachstum gesegnet, vor allem in unseren Kinder und Teenager Ministries. Und dies hat bestimmt niemand mit solch einer Wucht kommen sehen.

Dies bestätigt die unbeschreibliche Not in Kambodscha. Die jüngste Generation ist hungrig. Nicht einfach hungrig für physisches Essen – nein, es ist ein Hunger allgegenwärtig für geistliche Unterstützung. Ermutigung. Hoffnung. Liebe. Freude. Sie haben einen Mangel, wir verbreiten es, sie nehmen es. Sie wollen mehr. Sie wollen, dass ihre Familie und Freunde es auch kriegen. Sie laden sie ein. Und so wachsen wir.

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2 Jahre ICF Cambodia

Vor einigen Tagen, feierte ICF Cambodia seinen zweiten Geburtstag. Am 7. September 2014 führten wir unser Grand Opening in Siem Reap durch. Vorher existierte ICF Cambodia bereits für ungefähr 1 Jahr. Damals als kleine Hauskirche mit Celebrations am Sonntag und einem sozialen Arm, welcher sich für die Armen investierte. Wir, oder wohl eher die Familie Strupler & Co. (ich begann im Juli 2014) wollten erst Leiter finden und sich an Menschen und Kultur gewöhnen. Von Anfang an wuchs die Kirche schneller als erwartet. Innerhalb weniger Monate hatten wir grossartige und (zukünftige) Leiter an unserer Seite.

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Wenn man zurückschaut, findet man unzählige Geschichten von Menschen, welche sich immens verändert haben. Für mich etwas, was mich immer und immer wieder fasziniert.
Das eine Mädchen arbeitete als Cocktail-Kellnerin in einer Bar und ist nun Worship-Singerin und predigt in der ONEIGHTY (Teenager) Celebration.

Die unsichtbaren Narben der Kambodschanischen Kids

Kambodschanische Kinder lächeln. Vielleicht nicht immer, aber sehr oft. Speziell, wenn sie weisse Gesichter sehen. Sie lieben sie, was daran liegen könnte, dass in den Dörfern, wo sie leben, sie diese nicht allzu oft sehen. Oder weil weisse Gesichter oft hello sagen und winken. Ein Kambodschaner würde das nicht machen. Zu viele Kinder hat dieses Land – zu ermüdend. Jedoch gibt es bei Weitem mehr als weisse Gesichter und ein Lächeln im Leben eines Kindes. Manchmal kann man es in ihren dunklen Augen entdecken. Erschütternde Fakten. Unterernährung, Kinderarbeit, Kinderhandel, Tod eines Elternteils, … – alles, was man sich denken kann aber nicht vorstellen will. Und, auch wenn es – im Vergleich – nur so klein ist wie der Mangel an Liebe oder Aufmerksamkeit oder Vernachlässigung. Es hinterlässt Wunden in ihren Herzen. Je älter sie werden, umso tiefer werden diese sein.

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Es existiert jedoch Hoffnung.
Gemäss John F. Kennedy, dem früheren Präsidenten der USA, sind Kinder „die wertvollste Ressource der Welt und ihre beste Hoffnung für die Zukunft“. Punkt. Das ist der Grund, warum wir die Kleinsten und Schwächsten beschützen müssen. Und ihnen zurückgeben sollten, was die Vergangenheit von Kambodscha – Kriege und Genozid – vor Jahren gestohlen hatte: Liebe. Anerkennung. Würde. Glauben an sich selber. Aufmerksamkeit. Ermutigung. Hoffnung. Kindheit. Eine unendliche Liste.
Kaufbar sind sie nicht. Aber geben kannst du sie. Und dies ist unsere Mission im ICF Cambodia.

Neustart an Ostern

Restart – Neubeginn. Wenn Menschen ihr Leben Gott übergeben, ist das ein Neubeginn. Sie wollen ein Leben mit Gott anfangen und mit ihm als Freund, Vater und König durchs Leben gehen. Das wurde nur durch den Tod und der Auferstehung von Jesus ermöglicht. Als Zeichen für die sichtbare und unsichtbare Welt werden sie dann in Wasser getauft – dies symbolisiert das Reinwaschen vom alten Leben, alten Gewohnheiten und Sünden und einem Neustart ohne Schuld.

Um diese genialen Neuigkeiten zu verbreiten, organisierten wir ein Restart Festival am Osternsamstag. Es fand unter dem Dach auf unserem Campus statt. Etwa 400 Menschen nahmen an diesem speziellen Anlass teil. Es war eine Abendcelebration mit Worshipliedern. ND erklärte anhand den vier Punkten das Evangelium auf einfache Art und Weise: „Gott liebt mich. Ich habe gesündigt. Jesus starb für mich. Ich muss mich für ein Leben mit Gott entscheiden.“

Später durfte er die Taufen in unserem See vornehmen. Viele hatten Gänsehaut, als über 30 ins Wasser stiegen, um nacheinander getauft zu werden. Sie hatten sich entschieden, ihr Leben komplett Gott zu widmen. Anschliessend erhielten sie eine Bibel und ein Zertifikat sowie Gebet.

Doch die Party war noch nicht zu Ende! Innert Sekunden verwandelte sich das Gelände in eine geräumige Tanzfläche wo das Tanzbein geschwungen und Jesus gefeiert wurde.

Neuigkeiten vom ICF Campus

Hallo Welt.

Es wurde echt Zeit, mal wieder die neuesten Fortschritte vom Campus durchzugeben!

Als Erstes will ich euch mitteilen, dass wir den Namen geändert haben. Notiere, es gibt keinen ELEVATE CAMPUS mehr. Seit anfangs Jahr, haben wir nur noch einen Namen: ICF CAMBODIA – darum nennen wir unseren ehemaligen ELEVATE CAMPUS nun nur noch ICF CAMPUS. Dieser Wechsel ermöglicht es uns, transparenter und direkter zu arbeiten. Unser Ziel ist es, das Evangelium zu verbreiten und gleichzeitig den Kreis der Armut zu durchbrechen. Gleiche Vision also. Gleiche Aufgabe. Gleiches Ziel. Nur noch ein Name! Zugegeben, das mag vielleicht noch nit so aufregend gewesen sein. Aber es geht weiter…….

Glücklich und stolz können wir verkünden, dass es in …

SIEM REAP endlich den ERSTEN SPIELPLATZ hat!

Dies wurde nur dank eines Teams von YWAM Perth möglich gemacht. Mit viel Kreativität und Energie arbeiteten sie bei uns auf dem Campus für ein paar Wochen. Sie nahmen die Herausforderung an, einen Spielplatz zu bauen, wobei sie nicht viel mehr als alte Reifen, Bolzen und Holz brauchen durften. Noch bevor sie sich aufs Feld wagten, recherchierten und vermassen sie Reifen, zeichneten Pläne um sie dann wieder zu zerreissen und neu zu beginnen. Mehrere Stunden und rauchende Köpfe später hatten sie den Grundriss und die Bautaktik fertig ausgearbeitet. Mit viel Zuversicht und (fast) unlimitierte Möglichkeiten träumten sie von einem atemberaubenden Erlebnis für jedes Kind. Voller Leidenschaft für die kambodschanische Jugend, machten sie sich dann an die Arbeit, schwitzten, gruben Löcher in den Boden und schraubten Reifen zusammen.

Kambodschanisch – Sprache der Verwunderung

Khmer. Oder Kambodschanisch. Die Sprache des Königreichs der Verwunderung – KAMBODSCHA.
Khmer bringt mich des öfteren zum Wundern.

Aber lass mich mit den Fakten über diese doch eher spannende Sprache beginnen:
Die Kambodschanische Sprache wird fast ausschliesslich in Kambodscha und in kleinen Minderheiten im Südvietnam sowie in Thailand an der Grenze zu Kambodscha gesprochen. Das sind um die 16 Mio. Menschen. Wie in der Schweiz oder anderen Ländern, existieren viele verschiedene Dialekte. Und es ist nicht gesagt, dass jeder jeden versteht. Schlussendlich brauchen sie aber doch nur eine offizielle Sprache mit normalen Grammatikregeln.
Es gibt keine andere Sprache wie Khmer – weder geschrieben noch gesprochen. Zugleich hat es und wurde es beeinflusst von Thailändisch, Laotisch, Vietnamesisch und Chinesisch. All diese Sprachen (und ein paar mehr) werden immer noch von kleinen Minderheiten in Kambodscha verwendet. Zumal Kambodscha mal von Frankreich besetzt wurde, gibt es auch einige Wörter mit französischer Abstammung.
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Eine offizielles Transliteration für das Lateinische (unsere) Alphabet besteht nicht. Keine Überraschung also, dass jeder sein eigenes System erfindet. Khmers sowie Ausländer schreiben mit den Lateinischen Buchstaben wie auch immer es ihnen beliebig ist. Bitte beschuldige mich nicht, wenn du in diesem Eintrag Wörter lernst und sie dann doch niemand versteht 😉

Weihnachten – Fest der Freude

So feierte ich Weihnachten. Mit über 1000 Kindern.
Und über 130 Volunteers.
Und mehreren Eltern.
Und drei Hühnern, einer Kuh und einem menschlichen Esel.

Bei fast 30°C. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.
Mit Hüpfburg, Trampolin, Gymnastikbällen, Autoreifen und Co.
Und Generatorengebrumm im Hintergrund.

Ohne Weihnachtsbaum, ohne Schnee, ohne Jingle Bells, ohne fettem Essen.
Das ist Geschichte.
Denn dieses Mal hatten wir Hirten, welche ihre HipHop-Künste zum besten gaben.
Und Engel, die Apsara tanzten.

Und zudem Kinder, welche lernten, Zähne zu putzen.
Lernten, Hände richtig zu waschen.
Ihr Gesicht bemalen liessen.
Oder bastelten.
Und lachten.

Ganz einfach und doch so spektakulär.

Überzeuge dich selbst:

Kinder – die zukünftigen Leiter

Nicht sicher, ob es viele coole Dinge gibt, welche man in der Weihnachtszeit erledigen kann, ohne dabei vom Stress überrollt zu werden. Auf meiner Aufgabenliste steht „Weihnachtsfeier für Hunderte von Kambodschanischen Kindern vorbereiten“. – Und ich bin überglücklich, dass ich das machen darf!

Wieder ein Event, den wir noch nie in diesem Ausmass gemacht haben. Und unser allererster grooooosser Event auf dem Campus! Das lässt mein Herz natürlich fünffach schneller schlagen! Ich liebe es, solche neuen Sachen aufzugleisen. Herausforderungen halten mein Leben auf Trab! 😉

Für Kambodschaner, Weihnachten mag nur ein normaler Tag sein. Jedoch für uns ist es eine grossartige Gelegenheit um Liebe, Freude, Spass, ….. zu verbreiten!

Entdecke hier, wie du selber eine Rolle in der diesjährigen Weihnachtsgeschichte spielen kannst:

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Schnitzeljagd zwischen Diamanten und Schweinefleisch

Vor wenigen Tagen hatte ich eine Aufgabe der besonderen Materie: Die Blechlieferung, mit der wir das Dach unserer Sonntagsschule auf Elevate Campus decken, traf ein. Zumal wir gerne alles und jeden überprüfen, musste ich irgendwo ein Werkzeug auftreiben um die Dicke des Blechs zu messen. Da weder Landi noch Hornbach es bisher wagten, sich in Kambodscha niederzulassen, ging ich erst mal zum Blechhändler. Mit meiner kambodschanischen Freundin versuchte ich zu erklären, was ich brauche. Ich hatte keine Ahnung wie das Ding auf Deutsch – geschweige denn Englisch – hiess, und ihr ging es gleich mit Kambodschanisch – entsprechend versuchten wir mit Händen und Füssen zu beschreiben, was wir suchten. Die freundliche Dame hinter dem Schreibtisch lächelte uns nur an und meinte, sie habe das nicht und wisse nicht, ob es das irgendwo in Kambodscha gebe. Na toll. Ich fragte sie dann ein bisschen ungläubig, ob sie die Lieferungen nie kontrollierten. Sie meinte – stets lächelnd – das sei nicht nötig, der Lieferant würde schon das Richtige senden. Oh ok. Von solch starkem Vertrauen könnte man sich eine Scheibe abschneiden.

Von da an machte ich mich alleine auf die Suche. Übersetzung hin oder her – einfach würde es bestimmt nicht werden. Als erstes fuhr ich zum „Bosch“-Shop – so ziemlich der einzige Laden, der gutes Werkzeug verkauft. Schnell musste ich feststellen, dass ihr Englisch noch schlechter als mein Kambodschanisch war. Dummerweise, habe ich es als unwichtig empfunden, mir die Wörter „Dicke“ und „messen“ noch schnell-schnell einzuprägen. Doof. Naja. Da war ja noch der andere – Verkäufer oder Kunde oder Engel? – der beide Sprachen erstaunlich fliessend konnte. Ich erklärte ihm, was ich suchte, er erklärte es ihr und BLING! ging ihr ein Licht auf. Aus einer verstaubten Ecke zauberte sie ein Werkzeug, welches Dicke auf Millimetergenauigkeit messen konnte. Nur schade, dass das Blech dünner als 1mm ist. Na dann mal weiter. Der Verkäufer/Kunde/Engel meinte dann noch so nebenbei, dass ich es mal bei der Schmuckabteilung im Psah Leu – dem lokalen Markt – versuchen sollte. Und verschwand. Ohne dass ich ihm danken konnte. Ich machte noch kurz ein Foto – könnte ja von Nutzen sein – und suchte den anderen Typen. Aber der war nicht mehr aufzufinden. Komisch. Also doch ein Engel…?

Keine Sonne ohne Schatten

Was du gleich zu lesen bekommst, ist anders, als alles, was ich soweit veröffentlicht habe. Es handelt sich um die andere Seite. Ehrlich wird reflektiert und wiedergegeben, was man auf meiner vor Optimismus strotzenden Webseite vielleicht nicht erwartet.

Über ein Jahr ist vergangen, seit ich die Schweiz verlassen habe. Ich kann mich noch so gut daran erinnern, als wäre es gestern gewesen und doch scheint schon eine Ewigkeit dazwischen zu liegen. Die Reise war lang, dauerte über 30 Stunden, während denen ich drei Mal das Flugzeug wechseln musste. Ja, ich mach viel, um Geld zu sparen. Und ja, ich habe den einen Flug verpasst, weil der davor Verspätung hatte. Grins. Und falls ich das damals als „Wahnsinnsherausforderung“ bezeichnet hätte, würde ich heutzutage jene Gedanken auslachen. Es gibt um einiges grössere Herausforderungen in einem Leben im Ausland. In einem Leben als Ehrenamtliche in einem gänzlich fremden Umfeld mit einem Haufen Situationen, die man konfrontieren, mit denen man umgehen und an die man sich gewöhnen muss.

DIE eine

Schon einige Male wurde ich gefragt, was denn nun DIE SCHLIMMSTE Herausforderung ist. Naja, das ist definitiv keine einfache Frage. Und ich schätze, jede Persönlichkeit unseres Teams würde diese Frage anders beantworten.
Ich behaupte, es gibt keine. Es gibt keine SCHLIMMSTE Herausforderung. Viel mehr ist es eine Kombination von verschiedenen Hindernissen, welche manchmal grösser, manchmal kleiner erscheinen und manchmal auch gar nicht aktuell sind – wahrscheinlich abhängig von Zeit, neuesten Ereignissen und Problemen, Laune.