Kambodscha

Vorbereitungen – oder: Wie es plötzlich Lösungen und Leute regnete

Wer mich gut kennt, weiss, dass ich kein Organisationsliebhaber bin. Schlussendlich funktioniert zwar (fast) alles, auch wenn meistens die letzten Details sehr kurzfristig geklärt werden. Als ich vom Reisen zurückkam (31. Oktober 2013), wusste ich, dass ich eine Arbeitsstelle suchen musste und ausserdem viel zu organisieren hatte. Vom meisten hatte ich keine Ahnung, darum war es umso schöner zu realisieren, wie es von allen möglichen und unerwarteten Seiten Lösungen und Leute regnete.

Das Heimkehren allein war nicht einfach. Als ich noch auf Reisen war, war meine Familie umgezogen, weg von dem Haus, wo ich während ca. 15 Jahren gelebt hatte und weg von der Kleinstadt, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin – in ein kleines Kaff, wo ich absolut niemanden kannte. Zuerst musste ich mein neues Zimmer einrichten. Mein erster Spaziergang mit meinem Hund endete fast im Nirgendwo, da ich die Gegend kein bisschen kannte. Es war ein spezieller Wechsel für mich. Nie hatte ich Gelegenheit dazu gehabt, unserem früheren Haus „tschüss“ au sagen. Nun hatten wir Nachbarn im selben Haus, Freunde wohnten nicht mehr um die Ecke und der mir bekannte Wald war über 40 Zugminuten entfernt. Gott sei Dank kann ich mich schnell an neue Umstände anpassen. Darum dauerte es nicht lange, bis ich mich wohl fühlte. Mein Motto während dieser Zeit war „konzentriere dich auf das Positive“ – und das ist, was ich machte und was meine Augen öffnete um die Vorteile darin zu sehen.

Du bist nominiert!

Dieses Filmchen war ursprünglich für ein Spiel, welches über längere Zeit auf Facebook aktuell war: Du wirst von jemanden nominiert, innert 48h in kaltes, öffentliches Wasser zu springen.

Doch in der Tat kann man es auch auf mein Leben beziehen. Gott nominierte mich für einen Einsatz in Kambodscha. Ich zögerte nicht lange zu entscheiden, seinem Ruf zu folgen. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen: Es bedeutet nicht nur, die Schweiz, sondern die gesamte Komfortzone zu verlassen. Dies inkludiert Dinge wie: meine Familie & Freunde, meine Katze & meinen Hund, meinen guten & sicheren Job & Lohn, mein sauberes & gut organisiertes Land, eine vertraute Kultur, den ganzen Luxus, den man hat, wenn man in der Schweiz wohnt, und so weiter…

Vom riesigen Reich zum brutalen Genozid – die Geschichte Kambodschas

Kambodschas Vergangenheit ist voller Tragödie, Krieg, Grausamkeit, Mord, Kampf. Es ist eine wahre Geschichte über Menschen, welche ihre eigenen Nachbaren verfolgten und ermordeten, über Könige und ihrem Streben nach Zusammenhalt eines chaotischen und ruhelosen Landes. Leider wird es selten bis gar nicht an Schulen gelehrt, obwohl es viel gibt, das sich lohnen würde zu wissen. Lies hier das Wichtigste zusammengefasst.

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Frühzeit
Wenig ist über die Frühzeit vor und nach Christus bekannt. Wahrscheinlich waren dazumal mehrere kleinere und grössere Siedlungen und Königreiche in Südostasien verstreut. Jedes kämpfte gegen andere, verheiratete seine Söhne und Töchter mit anderen Stämmen um sein Gebiet zu vergrössern. So wurde es immer zusammenhängender. Zu dieser Zeit beeinflusste Indien nicht nur den Handel aber auch die Religion; neben Buddhismus war auch der Hinduismus weit verbreitet. Dank der Entwicklung des Nassreisanbaus konzentrierte sich die Bevölkerung stetig an den Ufern der Flüsse Mekong und Tonlé Sap entlang.

Die besten Geschichten vom Countdown

101 Nummern = 101 Leute/Gruppen – alles Einheimische von Kambodscha. Einige verstanden Englisch, andere nicht. Wieder andere baten jemanden in der Nähe zu übersetzen. Oder ich nahm Hände und Füsse um zu erklären: internationale Sprache. Du brauchst keinen Wortschatz, nur ein bisschen Übung. Jeder wird versuchen, dich zu verstehen. Es macht Spass, garantiert. Ein paar wenige wollten nicht gefilmt werden. Aber die, welche die Herausforderung akzeptierten, gaben ihr Bestes: sie lachten, posierten, sangen, hüpften, standen still, bewegten sich, redeten, kochten, spielten, …

 

DSCN0097# 6 Abgesehen von dem Blatt mit der Nummer ist dieses Foto keine Fälschung. Diese Männer standen tatsächlich so da und lasen in der Zeitung.

Mein nächstes Abenteuer: ICF Cambodia

Ich hoffe, du hast meinen Eintrag „Am anderen Ende der Welt“ bereits gelesen, da dies damit zusammenhängt. Wie du dich vielleicht erinnerst, verbrachte ich unter anderem einige Zeit in Siem Reap, Kambodscha. Dort besuchte ich die Kirche und NRO ICF Cambodia. Die Schweizer Familie Strupler wanderte im Sommer 2013 aus um dies auf der anderen Seite der Erdkugel zu starten. Neugierig und voller Vorfreude, diese Leute kennen zu lernen, traf ich mich mit ihnen an einem Sonntagmorgen während eines Inputs von ND. Ich fühlte mich sofort wohl und da ich keinen straffen Reiseplan – oder eher überhaupt keinen Plan hatte – fragte ich, ob ich irgendwie für ein paar Tage mithelfen könnte. ND, der Teamleiter, meinte zwar, dass er momentan gerade nichts wüsse, aber mir auf jeden Fall Bescheid gäbe, falls ihm etwas einfallen würde.

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Zwei Tage später rief er mich an und übergab mir folgende Aufgabe: Drucke die Khmer (Sprache in Kambodscha) Nummern 0 – 100 aus, geh in die Stadt und fotografiere/filme Einheimische, die jeweils ein Blatt hochhalten. Anschliessend werden wir die verschiedenen Szenen zusammenschneiden und einen Countdown daraus kreieren. Ohne weiteren Details überliess er mir diese Herausforderung und vertraute wohl auf meine Kreativität. Ich war positiv überrascht, solch ein spannendes Projekt zu bekommen und dies obwohl er mich erst ein paar Minuten lang kannte und auch nicht wusste, ob ich sowas gerne machen würde. Auf jeden Fall hat er ins Schwarze getroffen; ich war sofort von dieser Idee begeistert.