Rund um die Welt

Die Vielseitigkeit Kambodscha’s

Gestern Abend hatte ich die Idee, aus bereits bestehenden Film- und Fotomaterial ein Video zu kreieren. Stundenlang war ich beschäftigt; die Zeit hatte ich schon längst vergessen. Die Müdigkeit kam, die Motivation blieb. Als der erste Entwurf fertig war, blieben mir noch drei Stunden Schlaf. Na dann mal los!

Den ganzen Film habe ich heute nochmals überarbeitet – mit aufgetankter Energie und Konzentration. Er dient vor allem dem Zweck, die Schönheit Kambodscha’s aufzuweisen. Ich versuchte, den kambodschanischen Alltag einzufangen. Die grosse Herausforderung war, irgendwann einen Schluss zu machen. Man könnte diesen Film auf drei Stunden erweitern, was jedoch zu dem einen oder anderen müden Auge bei dir und einem abgestürzten Laptop bei mir führen würde. Aber wer weiss, vielleicht habe ich ja wieder einmal so eine kreative Nacht und mache eine Fortsetzung…?

Es sind alles Situationen, die ich genau so angetroffen habe. Nichts wurde eingespielt, vorbereitet oder besprochen (ausser bei dem Wasserbüffel, den wollte ich dazu motivieren ins Wasser zu steigen, was jedoch nicht viel brachte).

Schweigen soll ja bekanntlich Gold sein.
Darum sage ich jetzt nur noch:

FILM AB!

Die etwas andere Kultur von Kambodscha

Natürlich unterscheidet sich die kambodschanische Kultur von solchen der Länder ausserhalb von Asien. Sogar auch in Asien selber variieren gewisse Merkmale nicht selten. Wie bei anderen Ländern setzt sich die Kultur aus einer Mischung von den Einflüssen anderer Nationen, Geschichte (lies diese hier), Religion, Regimen und ihren Regeln zusammen. Ausserdem beeinflussen positive und negative Erfahrungen sowie auch neue Trends die Gewohnheiten, meist in einem Prozess, der Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte dauern kann. Kambodscha’s Kultur ist extrem komplex. Infolgedessen ist es auch nicht immer einfach, sie zu verstehen und richtig umzusetzen. Ich habe bereits viel gehört, gesehen, erfahren, gelesen und werde nun versuchen, einen Überblick zu vermitteln. Zudem will ich versuchen, einige Hintergründe weiterzugeben, welche oft meiner persönlicher Ansicht entsprechen. Bitte verstehe, dass schlussendlich jede Person verschieden ist, daher gibt es Menschen, zu welchen diese Beschreibungen ziemlich gut passen und natürlich auch solche, die merklich anders sind.

Culture

Wie einige Charakteristika sind
Kambodschaner schreien einander nicht an. Je wichtiger eine Diskussion wird, umso leiser reden sie. Zum Beispiel, wenn du an einem Marktstand um einen Preis feilschst, senkst du besser deine Stimme. Auf diese Art und Weise werden sie dir mehr Respekt entgegenbringen und du wirst mehr Erfolg haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies von der Vergangenheit kommt: Kambodscha hatte so viele verschiedene, brutale Führungspersonen und -gruppen und Kriege, wo sie wahrscheinlich immer wieder mal angeschrien wurden (z. B. Befehle). Und so hat sich das Ganze um 180° gedreht – als ob ein Gegenpol gesetzt werden soll.
Hilfreich ist immer, Geduld zu zeigen und es nicht eilig zu haben. Je länger du wartest und zögerst, um so mehr Rabatt geben sie dir. Die Zeit hat hier eine andere Bedeutung als in der Geschäftswelt vom Westen. Was du heute nicht fertig machen kannst, mach morgen. Oder übermorgen. Oder eine Woche später. Ich liebe diese beiden Merkmale, sie geben dem Leben einen lockeren Touch. Jedoch meint dies auch, dass sie nicht gross Wert auf Pünktlichkeit legen – und dies ist etwas, wo wir Schweizer bekannt dafür sind …

Vom riesigen Reich zum brutalen Genozid – die Geschichte Kambodschas

Kambodschas Vergangenheit ist voller Tragödie, Krieg, Grausamkeit, Mord, Kampf. Es ist eine wahre Geschichte über Menschen, welche ihre eigenen Nachbaren verfolgten und ermordeten, über Könige und ihrem Streben nach Zusammenhalt eines chaotischen und ruhelosen Landes. Leider wird es selten bis gar nicht an Schulen gelehrt, obwohl es viel gibt, das sich lohnen würde zu wissen. Lies hier das Wichtigste zusammengefasst.

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Frühzeit
Wenig ist über die Frühzeit vor und nach Christus bekannt. Wahrscheinlich waren dazumal mehrere kleinere und grössere Siedlungen und Königreiche in Südostasien verstreut. Jedes kämpfte gegen andere, verheiratete seine Söhne und Töchter mit anderen Stämmen um sein Gebiet zu vergrössern. So wurde es immer zusammenhängender. Zu dieser Zeit beeinflusste Indien nicht nur den Handel aber auch die Religion; neben Buddhismus war auch der Hinduismus weit verbreitet. Dank der Entwicklung des Nassreisanbaus konzentrierte sich die Bevölkerung stetig an den Ufern der Flüsse Mekong und Tonlé Sap entlang.

Mein nächstes Abenteuer: ICF Cambodia

Ich hoffe, du hast meinen Eintrag „Am anderen Ende der Welt“ bereits gelesen, da dies damit zusammenhängt. Wie du dich vielleicht erinnerst, verbrachte ich unter anderem einige Zeit in Siem Reap, Kambodscha. Dort besuchte ich die Kirche und NRO ICF Cambodia. Die Schweizer Familie Strupler wanderte im Sommer 2013 aus um dies auf der anderen Seite der Erdkugel zu starten. Neugierig und voller Vorfreude, diese Leute kennen zu lernen, traf ich mich mit ihnen an einem Sonntagmorgen während eines Inputs von ND. Ich fühlte mich sofort wohl und da ich keinen straffen Reiseplan – oder eher überhaupt keinen Plan hatte – fragte ich, ob ich irgendwie für ein paar Tage mithelfen könnte. ND, der Teamleiter, meinte zwar, dass er momentan gerade nichts wüsse, aber mir auf jeden Fall Bescheid gäbe, falls ihm etwas einfallen würde.

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Zwei Tage später rief er mich an und übergab mir folgende Aufgabe: Drucke die Khmer (Sprache in Kambodscha) Nummern 0 – 100 aus, geh in die Stadt und fotografiere/filme Einheimische, die jeweils ein Blatt hochhalten. Anschliessend werden wir die verschiedenen Szenen zusammenschneiden und einen Countdown daraus kreieren. Ohne weiteren Details überliess er mir diese Herausforderung und vertraute wohl auf meine Kreativität. Ich war positiv überrascht, solch ein spannendes Projekt zu bekommen und dies obwohl er mich erst ein paar Minuten lang kannte und auch nicht wusste, ob ich sowas gerne machen würde. Auf jeden Fall hat er ins Schwarze getroffen; ich war sofort von dieser Idee begeistert.

Am anderen Ende der Welt

In meinem letzten Schuljahr schrieben wir eine Abschlussarbeit, das Thema war frei wählbar. Zuerst war mir das viel zu grosszügig. Ich hatte nicht die geringste Ahnung über was ich schreiben könnte… Bis ich mich an ein Bild vom Ayers Rock in einer Zeitschrift erinnerte. Fasziniert von diesem Blitzgedanken informierte ich mich über diesen roten Berg und das dazugehörige Land. Schliesslich entschied ich mich, eine detaillierte Reise einer fiktiven Familie um diesen riesigen Kontinent, Land und Insel AUSTRALIEN zu schreiben. Für den praktischen Teil bastelte ich ein hölzernes Puzzle. Zumal ich überhaupt keine Ahnung über Australien hatte, war ich gezwungen, enorm viel Zeit in genaue Recherche zu investieren. Je mehr ich herausfand, umso mehr wollte ich wissen. So lernte ich dieses Land kennen. So lernte ich es lieben. Und so wurde ein grosser und folgenschwerer Traum geboren.