Geld – Freund oder Feind?

„Geld besteht aus Zahlen und Zahlen enden nie. Wenn es Geld braucht um glücklich zu werden, wird die Suche nach purer Zufriedenheit nie enden.“

Geld hat zwei Seiten. Es kann Menschen in „Monster“ verwandeln, welche sich um nichts anderes als Geld sorgen. Es kann einen geizig und egoistisch machen. Es kann zu einer Gottheit werden, welche wichtiger ist als andere Leute und Beziehungen, Freizeitaktivitäten, frühere Werte. Geld hat Macht. Macht zu zerstören…

…und Macht zu kreieren und wiederherzustellen. Es kann natürlich auch zu Grosszügigkeit verführen. Geld kann Leben auf eine positive Art und Weise ändern. Nicht nur ist es das Mittel, Nahrungsmittel und Wasser, Elektrizität, Kleider zu erwerben. Es kann auch in Menschen und Organisationen investiert werden, welche Menschen zur Selbsthilfe verhelfen.

100 Riel = USD 0.025

100 Riel = USD 0.025

Finanzielle Situation in Kambodscha

Kambodscha ist ein sehr armes und unterentwickeltes Land. Vielleicht realisierst du dies weniger, wenn du nur die Sehenswürdigkeiten besuchst und dich im relativ modernen Stadtzentrum aufhälst, wo es Lichter, Musik und Steinhäuser gibt. Die Einheimischen wollen natürlich die Armut nicht zeigen. Alles ist so schön wie möglich gemacht – meist für die Touristen.

Sobald du aus dem Zentrum herausgehst, wirst du es nicht mehr übersehen können. Du wirst umso mehr Bettler sehen und kleine Holzhütten mit nur einem Raum, wo grosse Familien leben. Du wirst Strassenstände sehen, wo sie versuchen, den Lebensunterhalt durch den Verkauf von Mahlzeiten, Getränken oder selbstgemischtem Benzin zu verdienen. Du wirst schmutzige und zerrissene Kleider sehen. Du wirst Kinder sehen, die sich mit improvisierten Spielzeugen beschäftigen. Du wirst Slums sehen, wo sie in Hängematten schlafen, die – in der Regensaison – nur ein paar Zentimeter über Wasser gespannt sind. Du wirst Menschen sehen, welche Ratten jagen und als Abendessen verschlingen.

*Folgende Angaben sind ungefähre Werte und beziehen sich auf die Stadt Siem Reap. Meine Quellen sind Einheimische.*

Aber auch in der Stadt, wenn du Leute über ihr Einkommen und Ausgaben ausfragst, wärst du schockiert.
Einheimische werden monatlich wie folgt bezahlt:
– $20-30 für Putzfrauen/männer
– $40-80 für Kellner in Restaurants
– $50-80 in Massagesalons, plus ca. $0.50 für jeden Kunden
– $60-150 für Guesthouse-/Hotelrezeptionisten
– $100-120 für Grundschullehrer
– Arbeitende auf Baustellen verdienen etwa $150 – was vielleicht nach viel klingt im Vergleich zu denen, die im Restaurant arbeiten. Jedoch sind ihre Arbeitskonditionen wahnsinnig: Die Arbeit ist anstrengend und lebensgefährlich, sie werden keinerlei geschützt, Sicherheit ist ein Fremdwort, sie sind der brennenden Sonne resp. dem Regen tagtäglich ausgesetzt.
– Einheimische, die auf dem Touristenmarkt Kleider und Co. verkaufen, können relativ viel Geld machen, solange sie gute Verkäufer sind. Die Schwierigkeit besteht darin, dass ihr Profit extrem abhängig von den Kunden ist. Das heisst, sie haben null regelmässiges Einkommen. Es ist anders und umso schwieriger auf den lokalen und den Essensmärkten.

Nicht zu vergessen: Die erwähnten Menschen arbeiten 9-10h täglich und 6-7 Tage in der Woche!

Komplett anders ist es mit Lehrern in der High school, welche $300-500 oder noch mehr verdienen, davon abhängig, wie beliebt und bekannt sie sind. Auch Doktoren und andere Leute, welche lange studiert hatten, kriegen mehr und gehören zur Mittelschicht oder zu den Vermögenden.

Nun sagst du sicher, naja, die Lebenskosten sind ja auch um einiges tiefer als in westlichen Ländern, oder? Ja, das ist richtig. Aber es ist keineswegs proportional.
– Die Miete einer meist hölzernen 1 bis 2-Raumwohnung, ist mindestens $50 (für eine sehr einfache) bis zu $300/monatlich. Dies inkludiert weder warmes Wasser noch Klimaanlage oder Strom.
– Benzin kostet mindestens $1.15/Liter
– Grundschulkosten $0.12-0.25/Kind und Tag, exkl. Mittagessen
– Es ist schwierig zu sagen, wie viel die tägliche Ernährung kostet. Nehmen wir an, eine 7-köpfige Familie zahlt $0.75/Mahlzeit und Person, sie würde über $470 im Monat ausgeben. Und dies wäre dann für nicht viel mehr als Reis, ein bisschen Huhn und Gemüse.

Unnötig zu sagen, dass – falls möglich und vorhanden – beide Elternteile arbeiten und manchmal sogar die Kinder Geld verdienen müssen. Trotzdem bleibt nur wenig bis gar kein Geld übrig für zusätzliche Dinge wie einen Arztbesuch, neue Kleidung oder ähnlich. Und – nebenbei erwähnt – die Rede ist momentan noch nicht mal von den Ärmsten.

Abfallsammlende Kids

Abfallsammlende Kids

Leider wissen viele nicht, wie man mit Geld sorgfältig umgeht. Verzweiflung ist oft stärker als Vernunft. Wenn sie nicht genügend Geld haben, nehmen sie bei einem reichen Nachbar oder einem Kumpel Schulden auf. Diesen müssen sie dann viel zu hohe Zinsen zahlen, was wiederum zu neuen Schulden führen kann. Nicht selten muss diese Last das Leben lang herumgeschleppt werden. Es ist ein Teufelskreis. Manchmal ist es für sie praktisch unmöglich, herauszukommen.

In Kambodscha gibt es viel Korruption, Menschenhandel, Verkauf von Jungfräulichkeit, …, – viele schreckliche Verbrechen, welche mit Geld verbunden sind. In der Tat ist dies ein Thema für sich, welches kompliziert, komplex und undurchschaubar ist.

Falsche Grosszügigkeit

Einem Bettler Geld oder Geschenke zu geben, ist nie(!) die beste Idee. Es ist mir bewusst, dass über dieses Thema etliche Meinungen und viele Gründe für jede Ansichtsweise existieren. Ich versuche, das Ganze kurz und verständlich zu erklären. Beachte, dies ist eine Zusammenfassung von Recherche und meiner Ansicht.

1. Wieso keine Geschenke? Du findest, Hefte oder Ähnliches würde ihnen auf praktische Art und Weise helfen? Dies ist oft eine falsche Überlegung. Die meisten wissen nicht, was damit zu machen und versuchen darum, sie zu verkaufen. Und dies würde dann zu den Punkten 2 & 3 führen. Dazu kommt, dass Süssigkeiten mehr schadet als hilft: Abgesehen davon, dass sie ungesund sind, verursachen sie auch Zahnprobleme.

2. Bettelnde sind oft süsse Kinder oder verkrüppelte/behinderte Menschen, welche oft von einer Art Mafia gebraucht werden. Tatsächlich ist es möglich, dass jene Kinder gekidnappt oder sogar von ihren verzweifelten Eltern verkauft wurden. (Natürlich ist die Anzahl Fälle eine einzige Dunkelziffer, doch ich glaube, dass dies in vielen Ländern vorkommt.) Das bedeutet, dass sie nicht erlaubt sind, etwas von ihren Einnahmen zu behalten – jedoch die Bosse im Hintergrund profitieren von diesen leidenden Kindern/Menschen. Es heisst, dass jenen Kinder bewusst zu wenig genährt werden, damit sie ausgemagert aussehen. Ausserdem – und dies ist umso schlimmer – wächst der Profit der kriminellen Gruppen durch absichtliches Amputieren eines Armes oder Beines oder Herausschneiden eines Auges. Dies ist furchtbar. So bemitleidenswert diese Bettler auch aussehen – es hilft ihnen nicht, wenn man ihnen Geld gibt. Klar, auch dazu gibt es eine dunkle Seite, zumal sie gestraft und geschlagen werden, wenn sie kein Geld heimbringen. ABER – und ich weiss, dies ist schrecklich zu lesen – man fördert dieses System, wenn man gibt.

3. Auch wenn es gesunde Menschen sind, welche nichts als arm sind, hilft es ihnen nicht wirklich. Man unterstützt schlussendlich die Idee, auf der Strasse zu sitzen und zu betteln. Das mögen harte Worte sein, aber denke mal ein bisschen tiefer. Verdienen diese Leute es nicht, eine Arbeitsstelle zu haben? Verdienen sie nicht Bildung? Wurde irgendjemand auf dieser Erde geboren, um mit schmutzigen Kleidern auf den Strassen zu sitzen und für Geld zu betteln? IRGENDJEMAND??? Nein. Niemand!!!
Geld zu spenden lässt sie sicherlich einen Tag mehr überleben. Aber es ist keine nachhaltige Investition. Das Geheimnis von guter Grosszügigkeit liegt darin, ihnen nicht zu geben, wofür sie dich fragen, sondern was sie tatsächlich benötigen.

Über oben Erwähntes mag eine Kontroverse bestehen. Doch ich denke, folgendes Zitat bringt es auf den Punkt.

„Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für ein Leben lang.“

Wie können wir reagieren?

Eine Option kann sein, dem Bettler eine gesunde Mahlzeit zu kaufen und sicherzustellen, dass er sie isst.
Offensichtlich ist das aber keine langanhaltende Lösung. Und was einige vielleicht erwidern, ist, dass es sie motivieren wird, weiterzubetteln. Auf der anderen Seite haben sie zumindest ein Mal einen gefüllten Magen, richtig?! Es ist aber nicht einfach, denn Erfahrungen einer Freundin zeigten, dass diese Hilfeleistung abgewiesen wurde – aus unbekanntem Grund.

Die Herausforderung ist, wie man grosszügig ist, ohne kriminelle Machenschaften zu unterstützen. Es geht um das Lehren zu fischen. Ich denke, als Ausländer oder Tourist ist es das beste, eine Organisation zu unterstützen. Diese haben normalerweise mehr Erfahrung, Wissen und Gewicht, heisst, mehr Einfluss auf die Situation. Neben vielen Hilfsorganisation*, deren Visionen Probleme wie Waisenkinder, Misshandlungen, Bildungslücken, Menschenhandel, …, konfrontieren, setzen auch wir – ICF Cambodia und der Elevate Campus – uns für Veränderung ein. Wir wollen den Armutskreis durchbrechen!

(* Beachte, dass auch bei einigen Hilfsorganisationen Kriminalität und Korruption vorkommt.)

1. Unsere Freunde praktizieren Englisch während sie mit uns sprechen. In einer Touristenstadt wie Siem Reap sind Englischkenntnisse für manche Arbeitsstellen ein enormer Vorteil.

2. Wir organisieren coole Events, welche sie von ihrem Alltag wegziehen. Dabei werden sie sowohl untereinander als auch mit uns verbunden. Wir wollen eine grosse Familie sein. Wir wollen ihnen zeigen, dass wir uns für sie interessieren. Wir wollen ihnen echte Liebe entgegenbringen.

3. Verschiedene Projekte haben wir bereits gestartet:
– Unser Dentalprojekt lehrt Kindern in Dörfern, wie man sich die Zähne putzt. Zudem bringen wir sie zu unserem Zahnarzt, welcher schon das eine oder andere Lachen verschönert oder gar ermöglicht hat – manche Patienten schämten sich, zu lachen, weil sie meinten, dass ihre Zähne nicht schön genug wären.
– Unser Fahrradteam zieht viele Jungs und junge Männer an. Sie haben einige Trainingseinheiten in der Woche, erleben Teamgeist und bauen echte Freundschaften untereinander auf. Und was noch viel wichtiger ist: Wir ermöglichen es ihnen, den Sport ernst zu nehmen und senden sie an Rennen. Stolz darf ich sagen, dass wir vor Kurzem den ersten Platz im nationalen Strassenrennen und den zweiten Platz im nationalen Mountainbikerennen gewonnen haben. Und dazu kommen noch einige andere grossartige Erfolge. Stell dir vor, diese Jungs sind arm und für sie wäre es nicht möglich, ein professionelles Fahrrad zu besitzen, geschweige denn die Meisterschaftsgebühren und alles, was dazu gehört, selbst zu finanzieren. Ohne Hilfe würden sie ihren Traum nicht leben können!
Kurse wie Erste Hilfe, Umgang mit Geld, Leiterschaft, Fotografie, Kunst, …………
– Und es wird noch viel mehr kommen – dies ist nur der Anfang!

4. Ermutigung ist Gold wert. Es wird nicht oft von Angehörigen ausgesprochen. Wir motivieren sie, zur Schule zu gehen (und wenn nötig helfen bei der Finanzierung), zu lernen, sich zu bewerben, nicht aufzugeben.

5. Denen, die bei uns angestellt sind, zahlen wir einen fairen Lohn.

6. Nicht zu vergessen, dass wir davon überzeugt sind, dass Menschen, die sich zum Christentum bekehren, nicht nur einen neuen, genialen Sinn im Leben finden (welcher vielen fehlt), aber auch grenzenlose Freude, Liebe, Segen, Zufriedenheit, Mut und vieles mehr.

Wie ich das Geld einsetze, welches du spendest

Wie du vielleicht weisst, brauche ich mehr als ein paar hundert Dollar pro Monat. Schon einige Male wurde ich nach dem „warum“ gefragt. „Lebenskosten in Kambodscha sind tief.“ – „Kambodschaner brauchen nie so viel Geld.“ Sagten oder dachten viele. Und das ist richtig. Jedoch ist es für mich als Ausländer nicht möglich, wie Einheimische zu leben – hier ein paar Gründe:
– Ich brauche Luxusartikel wie Internet und Klimaanlage zu Hause, zumal ich in Kontakt mit Freunden in anderen Ländern bleiben will und ich es gebrauche um zu Arbeiten und um meine Webseite zu aktualisieren. Während dem Heisssommer werden die Temperaturen bis zu 45°C steigen, ich als Schweizer bin mir das natürlich überhaupt nicht gewohnt. Es ist ausserdem schwer, den Körper darauf einzustellen und ich will auf jeden Fall immer 100% geben können.
– Nicht selten kommt es vor, dass sie Ausländern höhere Preise verrechnen.
– Ich habe Ausgaben wie Versicherung, Visa, …

Zweitens, und dies ist der wichtigste Punkt, will ich helfen wo auch immer es benötigt wird. Die Not ist immens und ich persönlich möchte einen Unterschied machen. Dies kann unter anderem wie folgt aussehen:
– Übernehmen der Arztkosten
– Geburtstagsgeschenke wie z. B. eine Gitarre
– Schul-/Kurskosten
– Unterstützung beim Kauf eines Fahrrads oder Motorrads
– Grosszügiges Trinkgeld geben
– Für gezielte Verteilaktionen (z.B. Kleider, …) benötigte Artikel kaufen

Wenn ich mit einem Team von Helfern zusammenarbeite, resp. wenn ich neue Leute kennen lerne, liebe ich es, sie zum Dank zum Mittag-/Abendessen einzuladen. Auf diese Art und Weise, lerne ich sie nicht nur besser kennen, sondern schätze sie und ihre Arbeit. Oder ich zahle ihnen das Benzin, eine Coca Cola zwischendurch, etc.

Deine Unterstützung verändert das Leben anderer Leute!

WANTED!

Ausserdem will ich ein neues Experiment starten: Zumal ich mehr Sport machen sollte, dachte ich mir, dass es mich vielleicht ein bisschen mehr motiviert, wenn du dich entscheiden würdest, die Kilometer, die ich fahre, zu sponsoren. Ich habe eine tolle App, welche immer schön die Kilometer zählt und mit der ich dir dann monatlich sagen könnte, wieviel ich gefahren bin. Interessiert? Dann schreib doch eine E-Mail an vivien@bestofviv.ch.

Konto – Post Finance, Schweiz:
IBAN: CH16 0900 0000 8773 8037 8
BIC: POFICHBEXXX
Vivien Bachmann
9213 Hauptwil

DANKE!!!