Déjà-vu – déjà-écouté – déjà-senti..?!

Allen Verwandten und Freunden „auf Wiedersehen“ sagen zu müssen, war ein langer Prozess, welcher bereits über einen Monat, bevor ich die Schweiz verliess, begonnen hatte. Ich persönlich finde dies einer der schlimmsten Teile von so einem Abenteuer im fernen Ausland. Versteh mich nicht falsch, dies ist bestimmt eine wichtige Zeit und die meisten „letzten Unterhaltungen“ waren lustig, würdigend und ermutigend. Was ich mir jedoch manchmal wünschte, war, dass es nicht so lange andauern würde, da ich dieses „tschau-sagen“ nicht sehr mag. Obwohl ich mich wahnsinnig auf die neue Herausforderung freute, war ich traurig, all diese Leute, die ich so liebe, zurückzulassen. Einmal mehr bin ich dankbar für unsere moderne Welt. Heutzutage erleichtern Skype, Whatsapp, E-Mail und Co. den Kontakt.

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Ursprünglich buchte ich die Flüge von Lissabon (wo ich eine kurze Städtereise mit meiner Schwester geniessen konnte) nach Amsterdam, Kuala Lumpur (Hauptstadt von Malaysien) und dann Siem Reap, Kambodscha. Wegen einer Verspätung beim ersten Flug, verpasste ich den Anschlussflug. Glücklicherweise hatten sie mich bereits umgebucht. Die neue Route führte nun über Istanbul (Türkei) und Seoul (Südkorea) und dauerte zehn Stunden länger. Ich sah das positiv: so bekam ich ein paar andere Flughäfen und Airlines zu sehen und dies klang für mich wie Sightseeing – einfach ein bisschen anders. 😉

Vorbereitungen – oder: Wie es plötzlich Lösungen und Leute regnete

Wer mich gut kennt, weiss, dass ich kein Organisationsliebhaber bin. Schlussendlich funktioniert zwar (fast) alles, auch wenn meistens die letzten Details sehr kurzfristig geklärt werden. Als ich vom Reisen zurückkam (31. Oktober 2013), wusste ich, dass ich eine Arbeitsstelle suchen musste und ausserdem viel zu organisieren hatte. Vom meisten hatte ich keine Ahnung, darum war es umso schöner zu realisieren, wie es von allen möglichen und unerwarteten Seiten Lösungen und Leute regnete.

Das Heimkehren allein war nicht einfach. Als ich noch auf Reisen war, war meine Familie umgezogen, weg von dem Haus, wo ich während ca. 15 Jahren gelebt hatte und weg von der Kleinstadt, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin – in ein kleines Kaff, wo ich absolut niemanden kannte. Zuerst musste ich mein neues Zimmer einrichten. Mein erster Spaziergang mit meinem Hund endete fast im Nirgendwo, da ich die Gegend kein bisschen kannte. Es war ein spezieller Wechsel für mich. Nie hatte ich Gelegenheit dazu gehabt, unserem früheren Haus „tschüss“ au sagen. Nun hatten wir Nachbarn im selben Haus, Freunde wohnten nicht mehr um die Ecke und der mir bekannte Wald war über 40 Zugminuten entfernt. Gott sei Dank kann ich mich schnell an neue Umstände anpassen. Darum dauerte es nicht lange, bis ich mich wohl fühlte. Mein Motto während dieser Zeit war „konzentriere dich auf das Positive“ – und das ist, was ich machte und was meine Augen öffnete um die Vorteile darin zu sehen.

Du bist nominiert!

Dieses Filmchen war ursprünglich für ein Spiel, welches über längere Zeit auf Facebook aktuell war: Du wirst von jemanden nominiert, innert 48h in kaltes, öffentliches Wasser zu springen.

Doch in der Tat kann man es auch auf mein Leben beziehen. Gott nominierte mich für einen Einsatz in Kambodscha. Ich zögerte nicht lange zu entscheiden, seinem Ruf zu folgen. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen: Es bedeutet nicht nur, die Schweiz, sondern die gesamte Komfortzone zu verlassen. Dies inkludiert Dinge wie: meine Familie & Freunde, meine Katze & meinen Hund, meinen guten & sicheren Job & Lohn, mein sauberes & gut organisiertes Land, eine vertraute Kultur, den ganzen Luxus, den man hat, wenn man in der Schweiz wohnt, und so weiter…

Vom riesigen Reich zum brutalen Genozid – die Geschichte Kambodschas

Kambodschas Vergangenheit ist voller Tragödie, Krieg, Grausamkeit, Mord, Kampf. Es ist eine wahre Geschichte über Menschen, welche ihre eigenen Nachbaren verfolgten und ermordeten, über Könige und ihrem Streben nach Zusammenhalt eines chaotischen und ruhelosen Landes. Leider wird es selten bis gar nicht an Schulen gelehrt, obwohl es viel gibt, das sich lohnen würde zu wissen. Lies hier das Wichtigste zusammengefasst.

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Frühzeit
Wenig ist über die Frühzeit vor und nach Christus bekannt. Wahrscheinlich waren dazumal mehrere kleinere und grössere Siedlungen und Königreiche in Südostasien verstreut. Jedes kämpfte gegen andere, verheiratete seine Söhne und Töchter mit anderen Stämmen um sein Gebiet zu vergrössern. So wurde es immer zusammenhängender. Zu dieser Zeit beeinflusste Indien nicht nur den Handel aber auch die Religion; neben Buddhismus war auch der Hinduismus weit verbreitet. Dank der Entwicklung des Nassreisanbaus konzentrierte sich die Bevölkerung stetig an den Ufern der Flüsse Mekong und Tonlé Sap entlang.

Sei eine Stimme.
Nicht das Echo.

Die besten Geschichten vom Countdown

101 Nummern = 101 Leute/Gruppen – alles Einheimische von Kambodscha. Einige verstanden Englisch, andere nicht. Wieder andere baten jemanden in der Nähe zu übersetzen. Oder ich nahm Hände und Füsse um zu erklären: internationale Sprache. Du brauchst keinen Wortschatz, nur ein bisschen Übung. Jeder wird versuchen, dich zu verstehen. Es macht Spass, garantiert. Ein paar wenige wollten nicht gefilmt werden. Aber die, welche die Herausforderung akzeptierten, gaben ihr Bestes: sie lachten, posierten, sangen, hüpften, standen still, bewegten sich, redeten, kochten, spielten, …

 

DSCN0097# 6 Abgesehen von dem Blatt mit der Nummer ist dieses Foto keine Fälschung. Diese Männer standen tatsächlich so da und lasen in der Zeitung.

Mein nächstes Abenteuer: ICF Cambodia

Ich hoffe, du hast meinen Eintrag „Am anderen Ende der Welt“ bereits gelesen, da dies damit zusammenhängt. Wie du dich vielleicht erinnerst, verbrachte ich unter anderem einige Zeit in Siem Reap, Kambodscha. Dort besuchte ich die Kirche und NRO ICF Cambodia. Die Schweizer Familie Strupler wanderte im Sommer 2013 aus um dies auf der anderen Seite der Erdkugel zu starten. Neugierig und voller Vorfreude, diese Leute kennen zu lernen, traf ich mich mit ihnen an einem Sonntagmorgen während eines Inputs von ND. Ich fühlte mich sofort wohl und da ich keinen straffen Reiseplan – oder eher überhaupt keinen Plan hatte – fragte ich, ob ich irgendwie für ein paar Tage mithelfen könnte. ND, der Teamleiter, meinte zwar, dass er momentan gerade nichts wüsse, aber mir auf jeden Fall Bescheid gäbe, falls ihm etwas einfallen würde.

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Zwei Tage später rief er mich an und übergab mir folgende Aufgabe: Drucke die Khmer (Sprache in Kambodscha) Nummern 0 – 100 aus, geh in die Stadt und fotografiere/filme Einheimische, die jeweils ein Blatt hochhalten. Anschliessend werden wir die verschiedenen Szenen zusammenschneiden und einen Countdown daraus kreieren. Ohne weiteren Details überliess er mir diese Herausforderung und vertraute wohl auf meine Kreativität. Ich war positiv überrascht, solch ein spannendes Projekt zu bekommen und dies obwohl er mich erst ein paar Minuten lang kannte und auch nicht wusste, ob ich sowas gerne machen würde. Auf jeden Fall hat er ins Schwarze getroffen; ich war sofort von dieser Idee begeistert.

Am anderen Ende der Welt

In meinem letzten Schuljahr schrieben wir eine Abschlussarbeit, das Thema war frei wählbar. Zuerst war mir das viel zu grosszügig. Ich hatte nicht die geringste Ahnung über was ich schreiben könnte… Bis ich mich an ein Bild vom Ayers Rock in einer Zeitschrift erinnerte. Fasziniert von diesem Blitzgedanken informierte ich mich über diesen roten Berg und das dazugehörige Land. Schliesslich entschied ich mich, eine detaillierte Reise einer fiktiven Familie um diesen riesigen Kontinent, Land und Insel AUSTRALIEN zu schreiben. Für den praktischen Teil bastelte ich ein hölzernes Puzzle. Zumal ich überhaupt keine Ahnung über Australien hatte, war ich gezwungen, enorm viel Zeit in genaue Recherche zu investieren. Je mehr ich herausfand, umso mehr wollte ich wissen. So lernte ich dieses Land kennen. So lernte ich es lieben. Und so wurde ein grosser und folgenschwerer Traum geboren.